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Autor: Lilli | Datum: 12 Oktober 2014, 20:30 | 1 Kommentare

Es beginnt gerade mein 42. Tag in Tansania, wie ich gerade erfahren habe ist es ein sikukuu, ein Feiertag. Ergebende Zeit um zu schreiben anzufangen!

ich war noch nie sehr gut darin, kurz, knackig und konkret zu schreiben, aber ich werde mal versuchen zweiundvierzig(!!) Tage leserfreundlich zusammen zu fassen: 

DIE ERSTE TAGE:

nachdem wir in Dar es Salaam landeten..altund somit den dritten Kontinent binnen 20h betreten hatten war es erstmal heiß. Und es war Tansania! und auch ein kleines bisschen unglaublich! eine riesige, bunte Stadt am Ozean, in der wir zwei Nächte verweilten, das erste tansanische Essen kosteten und etwas in Kontakt mit unser neuen Alltagssprache kamen, dem Kiswahili. Wir sind übrigens Kayange, Johanna und ich. Kayange wird ihr Jahr ganz in der Nähe von Dar verbringen, also ging es erstmal nur für Jo und mich weiter in Richtung Norden. Und nach 10 Stunden Jeep-Fahrt mit wundervollen Ausblicken kamen wir in Irente an, in den Usambarabergen - es war schon tief in der Nacht und wir waren so müde, wollten auf der Fahrt ja jeden einzelnen Baum,jedes Gesicht, jeden Geruch und alle Geräusche aufnehmen. Irente liegt so ca. drei Stunden von Lutindi entfernt und die dortige Irente Rainbow School ist Jo's Einsatzstelle. Das waren ganz tolle erste Tage, denn wir waren noch nicht so ganz alleine und konnten zusammen die Umgebung erkunden, sowie uns all die Bereiche Irentes zeigen lassen, die Schule kennen lernen und Zeit mit Maria(Lehrerin+Mitbewohnerin) verbringen. Mit der Gewissheit, dass es Jo dort sehr gut gehen wird, fuhr ich am 30.8. weiter!



LUTINDI:

erstmal kann ich kaum glauben schon über einen Monat hier zu sein, gleichzeitig gibt es Momente in denen ich denke es gab nie etwas anderes! 

Lutindi ist toll! Und ich kann nun sehr gut verstehen, warum meine Vorgängerin eine Mail an mich mit den Worten " ich wollte dir nur zum Jackpot Gewinn gratulieren.." anfing. Ich versuche erstmal eine kleine Beschreibung:

Korogwe ist die nächstgelegene Stadt und liegt am Fuße des Berges, von dort aus führt eine Straße-das Passieren ist immer (etwas) ruckelig und ob man hoch oder runter kommt ist absolut wetterabhängig(->Abenteuer!)- in das 1200m hoch gelegene Lutindi- verteilt liegen hier viele Ortschaften, die zusammen Lutindi ergeben. Und beinah ganz oben ist das Hospitalsgelände! Bestehend aus einer Kirche, einem Kindergarten, dem Haus der Blauths( die deutsche Leitung hier vor Ort), einem Gästehaus, meinem Zimmer und all den Bereichen, die zur Arbeit dazu gehören: eine Tee-Fabrik ( der Lutindi Tee, den man übrigens auch in Bielefeld kaufen kann, wird komplett hier hergestellt, ohne jeglichen Pestizide! Die Teefelder liegen rund um den Berg und täglich ziehen die Teepflückerinnen los..), die Beschäftigungstherapie ( später ausführlicher), der Bereich, in dem die Patienten wohnen, schlafen, Medizin bekommen, Untersuchungen stattfinden, die tägliche Andacht ist etc. , der Bauernhof( mit Hühnern, Schweinen, Kühen und Enten), eine Tischlerei, eine Näherei, ein Platz an dem Holz gehackt, gelagert oder getrocknet wird, eine Küche ( die ich von meinem Fenster sehen kann, gerade tritt Mama Anna hinaus) und einem gigantischen Krankenhausgarten. 

-- es ist wirklich vielseitig! und ich würde gerne alles ausführlichst beschreiben, weil alles so wertvoll ist. Allerdings ist der Plan, dass ich nach und nach alle Arbeitsbereiche kennen lerne, so werde ich nach und nach meine Eindrücke teilen!

Das Hospital hat 120 Betten und eigentlich auch immer 120 Patienten! Davon sind 90 Plätze für Männer und 30 für Frauen. Die Patienten tragen eine art Uniform. Ist ein ganz witziger Anblick: vor ein paar Jahren stellte die deutsche Polizei doch von grün auf blau um, nicht nur die Autos, sondern auch die Kleidung wechselte. Und was kann man besser mit all der, sicherlich qualitatv sehr hochwertigen, Kleidung machen, als sie in einem riesiegen Kontainer nach Tansania in die Berge zu schicken! Bei der Polizei gibt es übrigens Krawatten, die man sich anhängen kann.

Neben den vielen Polizisten gibt es hier an die 80 Mitarbeiter! Inzwischen kenne ich schon einige und ich kann nicht oft genug betonen wie gut diese Menschen sind! Ich genieße es sehr, einfach über das Gelände zu laufen und Mitarbeiter, Patienten und Einwohner zu begrüßen und- soviel das Kiswahili hergibt- mich mit ihnen zu unterhalten. 

Ich gestehe: gerade ist ja schon Tag 50. Das ist doch mal ein Jubiläum und ich werde endlich den Blog ins Leben rufen.

In meinem Zimmer gucke ich gerade auf ein gigantisches Zuckerrohr. Ich hatte nur mal so angedeutet, dass ich das auch mal probieren möchte. Da hat Barbara mir heute bei der Versteigerung eins gekauft. Der nächste Feiertag wartet schon, dann werde ich es mit den Patienten verspeisen! Neben dem Zuckerrohr bin ich wirklich gut eingerichtet. Ich habe hier mein Zimmer, mit Bett, super-Sessel, einer Kochzeile, die einen Gasherd, Kühlschrank, Wasserkocher und Toaster umfasst, und einem Schrank. Ein Fenster geht zum Hospital raus & eine Fotowand mit meinen Liebsten verschönert die Wand. Und dann habe ich am Zimmer noch ein kleines Badezimmer, eigentlich wie zuhause auch. Also ich lebe wirklich sehr gut, würde ich mir glatt zum Studium mitnehmen!

 

MEINE WOCHE:

Morgens stehe ich meist um 6:30 auf. Um 7 Uhr ist die tägliche Andacht im Hospital. So stapfe ich durchs meist noch verhangene Gelände hin zum großen Raum, in dem alle Patienten schon versammelt sind. Es werden viele Hände geschüttelt. Die Andacht besteht aus einem Lied, einer Predigt und dazugehörender Liturgie. - das ist ein wirklich schöner, gemeinsamer Start in den Tag! Auch wenn ich Inhaltlich noch nicht viel vertsehen kann. Danach frühstücke ich, im moment mit Mirka zusammen( Praktikantin für knapp 2 Monate und ein mir sehr lieber Mensch) und ziehe um kurz vor 8 zur Arbeit los. Um 11:30 beginnt die zweistündige Mittagspause. Da gehe ich zu Blauths rüber, helfe noch in der Küche und esse mit ihnen zusammen. Dann wird nochmal bis ca. halb 5 gearbeitet. Mit etwas Glück gibt es dann sogar noch Kaffee und Kuchen(!!!) bei Barbara. Den Abend gestalte ich mir dann ganz unterschiedlich, mal alleine, mal mit anderen,regelmäßig mit Blaths-zum spielen,lesen,singen.. so genieße ich MO-FR. Samstags arbeite ich den halben Tag, bis zur Mittagspause. Dann ist der Sonntagsgottesdienst noch fest im Wochenplan verankert. Um 10 Uhr startet der meist drei stündige Gottesdienst. Ich habe ja doch schon einige mitbekommen und muss sagen, dass sie alle sehr unterschiedlich waren! einer mit von Kindern gestaltet, einer war gefühlt ein reines Spendenprojekt und einer mit super vielen Chorauftritten. Ich mag, wie lebendig die Gottesdienste sind. so sind die drei Stunden schneller vergangen, als man sich das vorstellt. Nach dem Gottesdienst ist immer noch eine Versteigerung von den Sachen, die die Menschen als Kollenkte mitbringen. Das können Eier, oder ganze Hühner sein, verschiedene Gemüsesorten oder auch mal ein selbstgemachter Stuhl! - oder eben ein gigantisches Zuckerrohr. Mirka steht gerade daneben, 2,50m hat es mindestens. Wenn das der Zahnarzt wüsste..

 

Es gibt noch so unendlich viel mehr zu erzählen. Was die Arbeit angeht, aber auch diese doch ganz andere Kultur und mich da mittendrin. Aber morgen ist hier doppelter Geburtstag, von Barbara und Mirka & da werde ich noch ein bisschen Geburtstagsfee spielen. 

ich freue mich, wenn viele an dieser Stelle des Lesens angekommen sind, also meinen Blog verfolgen & freue mich noch mehr, wenn ich das auch mitbekomme! Ich schicke die besten Grüße vom Berge und nehme mir fest vor, vorallem für meine Mama, schon bald mehr zu schreiben! 

:-) Hier bin ich übrigens Lillian, oder gerufen Lillianiii, gefällt mir!

 

 

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Kommentare

  1. 1. Lutze  |  14 Oktober 2014, 21:57

    Oh das klingt echt nach Abenteuer! Ich wollte mit dem Kommentar eigentlich nur das "Lilian" honorieren, schön, dass sich das wenigstens dort mal durchsetzt :-)
    lass es dir gut gehen und schreib viel schöne Sachen! e lulu

 

 

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